Toka Tindung Goldmine und WestLB
Berlin und Sassenberg, den 29. August 2006Sehr geehrter Herr Kramer,
wir wenden uns an Sie, weil Ihre Bank sich an der Finanzierung der geplanten Toka Tindung
Goldmine des indonesischen Unternehmens PT Meares Soputan Mining (MSM) in Nord-Sulawesi beteiligt.
Zu Ihrem Engagement haben wir folgende Fragen an Sie:
Welcher Art ist Ihre Beteiligung an der geplanten Goldmine und inwiefern sind bereits Mittel
geflossen?
Welche sozialen und ökologischen Kriterien haben Sie Ihrer Kreditentscheidung zugrunde gelegt?
Ist Ihnen bekannt, dass es sowohl von Seiten internationaler Naturschutz NGOs, der lokalen
Bevölkerung und des indonesischen Umweltministeriums starke Kritik an diesem Vorhaben gibt?
Wie ist Ihre Stellungnahme dazu?
Begründungen für unsere Anfrage:
Wir haben Anlass zu der Befürchtung, dass es im Zusammenhang mit Planung, Betrieb und
Verklappung der Abfälle der Toka Tindung Goldmine zur Vergiftung des Meeres, zur Zerstörung der Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung und zur Verletzungen ihrer Rechte kommen wird. MSM hat vor, cyanid- arsen- und schwermetallhaltige Abfälle - 6 bis 8 Millionen Tonnen in einem Zeitraum von fünf Jahren - in der Rinondoran Bucht nach dem Submarine Tailings Disposal (STD) Verfahren in 800 bis 1200 m Meerestiefe zu verklappen. Allerdings ist, nach Angaben des indonesischen Umweltministeriums, die Umweltverträglichkeitsprüfung (AMDAL) von 1998 für die Toka Tindung Goldmine Ende letzten Jahres zurückgenommen worden. Das Ministerium hat das Unternehmen aufgefordert, die Arbeit einzustellen , bis eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt ist.
MSM will dies umgehen und plant eine bloße Revision der abgelaufenen
Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Bevölkerung des Gebietes wehrt sich gegen den geplanten Goldabbau und speziell gegen eine Revision der Umweltverträglichkeitsprüfung unter Umgehung von staatlichen Umweltauflagen. Sie befürchtet, ihren Lebensunterhalt zu verlieren. Wie andere Fälle in Indonesien gezeigt haben, schädigt STD das Meeresökosystem. Fischerei und Fisch verarbeitende Industrie, von denen die Mehrheit der Bevölkerung von Nord-Sulawesi abhängig ist, können langfristig und bleibend ruiniert werden. Auch der bisher rege Tauch-Tourismus
